Mein erstes Weihnachtsfest!

Also heute muss ich euch mal erzählen, was ich am 24.12.2003 so alles erlebt habe. Ich bin ja nun schon zehn Monate alt und sehr lebenserfahren (warum grinst da mein Frauchen beim Tippen??), aber so einen Tag habe ich noch nie erlebt.

Am Morgen begann alles eigentlich ganz normal. Wir haben uns alle richtig ausgeschlafen, denn mein zweibeiniges Rudel war in den letzten Tagen nicht so richtig in Form. "Grippalen Infekt" nennen sie das, wenn sie den ganzen Tag husten und schniefen und irgendwie schlechte Laune haben...

Also an diesem Morgen gab es für uns alle Frühstück wie immer - und dann begann das Besondere: Frauchen Annette ging raus in den Hof und ich durfte nicht mit, dann hörte ich seltsame Geräusche und wie etwas in das Haus geschleppt wurde. Bald duftete es nach Wald in unserer Wohnung - das fand ich sehr komisch und wurde neugierig. Aber ich konnte mir den Hals ausrenken wie ich wollte und mit schief gelegtem Kopf hinter der Zimmertür lauschen, ich verstand einfach nicht, was da vor sich ging. Und hinein durfte ich auch nicht!

Etwas später hörte ich draußen das Postauto, erkenne ich doch schon am Motorgeräusch. Das ist ja normaler Weise uninteressant, diese kleinen Papierhäufchen, die meine Menschen "Briefe" nennen, haben für mich gar nichts reizvolles, zumindest seit ich gelernt habe, dass man sie nicht einmal zerrupfen darf. Aber heute klingelte die Postfrau bei uns und brachte ein groooßes Paket, das für mich irgendwie einen vertrauten und interessanten Duft hatte. Was war das nur... Ach ja, es roch nach meiner Mama Chelsy und meiner Schwester Amalia und natürlich meiner Ziehmama, und außerdem roch es nach LECKERLI! Ooooo, da lag sogar so ein kleiner Brief drin, der war an mich gerichtet, und da stand drin, dass all die Leckerli für mich sind - allerdings mit dem guten Ratschlag, ich solle sie mit meinem Rudel teilen. Na, das überlege ich mir noch! :-))

Na irgendwie war man Rudel dann bis zum Nachmittag ziemlich beschäftigt, wobei sie allerdings immer noch schnieften und husteten wie die Weltmeister. Da ging ich lieber erst mal etwas mit meinen Mädels spielen, aber neugierig war ich immer noch, wieso es denn bei uns nun so nach Wald duftete.

Es klingelt, soll ich mal aufmachen?

Am Nachmittag gab es dann endlich des Rätsels Lösung, denn wir durften wieder ins Wohnzimmer. Und da stand er: Ein echter Tannenbaum!! Erst habe ich mich doch sehr gewundert, aber dann kannte meine Begeisterung gar keine Ende. Und auch die anderen Vierbeiner freuten sich und wir beschnüffelten jeden einzelnen Zweig ausgiebig. Da waren auch noch Lichter dran und kleine Holzfiguren, die hatten es meiner "Großtante" Avanti besonders angetan.

Und prompt habe ich dann auch den kleinen Teigroller auf dem Boden wieder gefunden... Guck mal, was ich da habe!

Aber Frauchen kann manchmal so ein Spielverderber sein... schimpft auch noch und nimmt es mir weg! :-((

Baxter, Arthus und Avanti begutachten das Weihnachtbäumchen.

Und dann kam der für mich schwerste Teil des ganzen Tages, denn ich sollte mich unbedingt neben den Tannenbaum setzen und ganz ruhig sitzen bleiben, bis Frauchen mit dem komischen Apparat "geblitzt" hat. Und das, wo ich doch soo neugierig war, was heute noch alles passieren würde... Echte Selbstüberwindung hat mich dieses "Siiitz!" und "Bleib!" gekostet!

Schaut mal, was ich schönes gefunden habe!

Aber dann waren meine Menschen richtig zufrieden mit mir. Sie zündeten die Kerzen an, die ich schon seit vier Wochen so gerne ansehe, machten Musik und setzten sich gemütlich aufs Sofa.

Und ich legte mich ganz in die Nähe des alten Baxter, den achte ich nämlich sehr, weil er so lebenserfahren und klug ist. Und so stört es mich auch nicht, wenn er manchmal mürrisch auf meine Annäherungsversuche reagiert. Heute war er aber sehr großmütig und hat mir dann auch erklärt, was es mit dem Weihnachtsbaum und dem Weihnachtsfest so auf sich hat. Als Baxter dann erzählte, dass die Menschen unter den Weihnachtsbaum oft Geschenke legen, da wurde die Sache für mich ganz interessant!

Ich ging also noch einmal zu dem Bäumchen und schnüffelte die Umgebung ab. Und da fand ich es!!!! Tatsächlich hatte hinter dem Baum jemand ein Geschenk für mich versteckt. Voller Begeisterung sprang ich damit dann durch die Stube! Zu meinem Erstaunen schimpfte Frauchen Annette aber mit mir und wollte mir mein Geschenk wieder wegnehmen.

Baxter (vorne) erklärt mir oft, wie das Leben so ist!

Da habe ich ganz traurig geschaut... Und sie fing an zu lachen und sagte:

"Ach Arthus, wenn alle Leute so bescheidene Wünsche hätten!
Aber wen außer dir kann man schon mit einem neuen grauen
Wischlappen unter dem Weihnachtsbaum glücklich machen?!"

Und so durfte ich mein Geschenk dann doch noch behalten.

Und abends gab es dann für jeden noch eine leckere Wurst ins Fresschen! Eine Weisswurst ist das, weil Frauchen Irene nämlich aus Schlesien stammt gehört Weisswurst am Heiligen Abend zur Familientradition. Das war fein! Und wir sind alle ganz glücklich und zufrieden schlafen gegangen.

Also meinetwegen könnte immer Weihnachten sein!

Ich hoffe, ihr hattet auch alle so einen schönen Tag!

Es grüßt euch euer Arthus

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